Personalreduzierung im SPNV
Zugbegleiter sorgen für Sicherheit, Service und Einnahmen!
Jeder redet über das Thema Sicherheit. Offenbar wird diese Brisanz in der Politik aber regional unterschiedlich bewertet und trotz zunehmender Vorfälle im Bahn-Alltag in Sachsens Zügen als zu vernachlässigen angesehen.
Das macht unter anderem das Beispiel S-Bahn Dresden deutlich: Hier sollen die Besetzungsquoten mit Kundenbetreuern von derzeit 100 Prozent auf nur noch 20 Prozent bis zum Jahr 2030 herabgesetzt werden. Keine oder eingeschränkte Präsenz im Zug bedeutet allerdings weniger Prävention gegen Sicherheitsvorfälle, kein Kundenservice auf den Zügen, keine Hilfestellungen für mobilitätseingeschränkte Reisende. Aber hier wird Sparen sehr schnell zur Kostenfalle. Langfristig wird es durch die fehlende Präsenz zu Mehrkosten durch Vandalismus, Zugverspätungen und damit zu vermehrter Pönale kommen. Das Sicherheitsgefühl von Mitarbeitern und Kunden wird hier für diese Milchmädchenrechnung mit Füßen getreten.
Gleichzeitig erfolgt schon länger eine Reduzierung von Personal auf den Bahnhöfen, was die Sicherheitssituation insgesamt zusätzlich verschlechtert. Ganz zu schweigen davon, dass die dann einzig auf den Zügen verbleibenden Triebfahrzeugführer künftig mit allen Widrigkeiten allein gelassen werden. Die erhöhte Belastung und voraussichtliche Überforderung vermindert die Attraktivität der Berufe und muss im Rahmen von funktionierenden Arbeitsschutzkonzepten gründlich überprüft werden.
Personalkosten als Sparpotenzial bei Ausschreibungen?
Ein Déjà-vu-Erlebnis, denn vor Jahren wurde bei Ausschreibungen schon einmal der Kampf über die Personalkosten geführt. Sind die Besetzungsquoten auf den Zügen nun von den Auftraggebern als mögliches Sparpotential auserkoren? Der bundesweite Arbeitskreis Sicherheit der GDL fordert zu einem Umdenken in der Politik und bei den Aufgabenträgern auf und solidarisiert sich mit den Kollegen in Dresden. Es reicht!
Aushang
