Erfurter Bahn GmbH / Süd Thüringen Bahn GmbH
Viel Nichts und etwas Bewegung
Am 26. Januar 2026 setzten die GDL, die Erfurter Bahn GmbH und die Süd Thüringen Bahn GmbH die Tarifverhandlungen für die Tarifrunde 2025/2026 in Erfurt fort.
Nachdem der Arbeitgeber das Volumen der GDL-Forderungen mit 19,37 Prozent beziffert hatte, stellte die GDL klar, dass sie sich in dieser Tarifrunde auf ihre Forderung beschränkt, das Entgeltvolumen um maximal acht Prozent pro Laufzeitjahr zu erhöhen. Über die zugrunde liegende Berechnung lässt sich im Detail sicherlich diskutieren. Unstrittig ist jedoch, dass die aktuellen Forderungen eine deutlich spürbare Verbesserung der tariflichen Konditionen darstellen.
Entscheidend ist dabei nicht die Frage einzelner Berechnungen, sondern auf welchem Weg eine Lösung erreicht werden kann. In diesem Zusammenhang war eine gewisse Bewegung auf Arbeitgeberseite erkennbar. Sowohl eine allgemeine Entgelterhöhung als auch strukturelle Verbesserungen der Entgelttabellen wurden in Aussicht gestellt. Konkrete Aussagen zum Zeitpunkt und zum Umfang möglicher Entgeltverbesserungen konnte oder wollte die Arbeitgeberseite jedoch nicht machen. Einigkeit bestand scheinbar darüber, dass Entgeltverbesserungen rückwirkend zum 1. November 2025 wirksam werden sollen.
Da Verhandlungen auch immer ein gegenseitiges Abtasten sind, ist es für die GDL nachvollziehbar, dass es eines Ringens um ein Ergebnis bedarf. Die Wahrnehmung der GDL ist dabei, dass auf Arbeitgeberseite inzwischen Einigungsbereitschaft besteht – jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt nach Abschluss der zweiten Verhandlungsrunde.
Die Tarifverhandlungen mit der Erfurter Bahn GmbH und der Süd Thüringen Bahn GmbH werden im März fortgesetzt. Dann erwartet die GDL ein bewertbares Angebot der Arbeitgeberseite. Die Positionen sind erläutert, und bis dahin ist ausreichend Zeit. Ob auch der notwendige Entscheidungswille vorhanden ist, wird sich in der nächsten Runde zeigen.
