Öffentlicher Dankesbrief an die Bundespolizeidirektion München

Sehr geehrte Damen und Herren der Bundespolizeidirektion München,

sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der Bundespolizei,

als Gewerkschaft möchten wir Ihnen unseren ausdrücklichen Dank für den erneuten Schwerpunkteinsatz gegen Gewalt an den bayerischen Bahnhöfen am vergangenen Wochenende (14.–16. November) aussprechen.


Rund 300 Beamtinnen und Beamte waren zeitgleich an den Hauptbahnhöfen München, Nürnberg, Regensburg und Aschaffenburg im Einsatz, um ein kraftvolles Zeichen gegen Gewalt und Störungen im Bahnbereich zu setzen. Die Ergebnisse dieses konzentrierten Einsatzes sprechen eine klare Sprache:

  • 919 Identitätsfeststellungen
  • knapp 40 Ermittlungsverfahren, darunter 4 Gewaltdelikte
  • 26 Verstöße gegen die Allgemeinverfügung zum Mitführen gefährlicher Gegenstände
  • 2 vorläufige Festnahmen und 2 vollstreckte Haftbefehle
  • 57 Platzverweise und 25 Gefährderansprachen

Für diesen engagierten, professionellen und sichtbaren Einsatz möchten wir Ihnen als Gewerkschaft unseren aufrichtigen öffentlichen Dank aussprechen. Sie leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit unserer Kolleginnen und Kollegen sowie der Reisenden.


Die Realität für viele Beschäftigte im Bahnbereich ist alarmierend: Gewalt gegen Bahnmitarbeiter nimmt seit Jahren kontinuierlich zu. Körperliche Übergriffe, Beleidigungen, Bedrohungen, Pöbeleien bis hin zu Bespucken gehören für viele leider zum „Alltag“, der keiner sein dürfte.


Als Gewerkschaft kritisieren wir seit Langem, dass die Präsenz von Sicherheitspersonal in Zügen und an Bahnhöfen nicht ausreicht, um diese Entwicklungen wirksam einzudämmen. Genau deshalb sind Einsätze wie der Ihre so bedeutsam: Sie schaffen spürbare Entlastung, stärken die Sicherheit und setzen ein klares Signal gegen jegliche Form von Gewalt.


Wir fordern weiterhin:

  • eine starke, abgestimmte Präsenz von Polizeikräften und beauftragten Sicherheitsunternehmen,
  • die Einbeziehung der Landespolizei in den Zuständigkeitsbereich, um schnelle Eingriffe zu ermöglichen,
  • die konsequente Verfolgung von Straftaten gegen Bahnmitarbeiter als Offizialdelikte,
  • ein einheitliches, transparentes Meldesystem über alle Bahnunternehmen hinweg,
  • eine verlässliche Dokumentation solcher Taten in der polizeilichen Kriminalstatistik,
  • Rückzugsräume und verdeckt bedienbare Notrufeinrichtungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Denn nur durch klare Strukturen, konsequentes Vorgehen und starke Partner wie die Bundespolizei lassen sich unsere Kolleginnen und Kollegen sowie die Fahrgäste wirksam schützen.
Am 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, denken wir als Gewerkschaft an die Millionen Frauen weltweit – und hier bei uns –, die täglich Opfer von Gewalt werden, oft sogar im eigenen Zuhause. Die Zahl spricht für sich: Jede dritte Frau hat in ihrem Leben bereits Gewalt erfahren.


Dieser Tag erinnert uns eindringlich daran, dass wir alle Verantwortung tragen. Als Gewerkschaft bedeutet das für uns: Nicht nur am 25. November, sondern an jedem Tag im Jahr müssen wir auf Zügen und Bahnsteigen aufmerksam sein, Signale richtig deuten und dort handeln, wo Menschen in Not geraten.


Denn Sicherheit ist nicht abstrakt. Sie beginnt bei uns – in der täglichen Solidarität, im mutigen Hinschauen und in der klaren Haltung gegen jede Form von Gewalt.


Wir geben aufeinander Acht.

 

​​​​​​​​​​​​​​

zurück