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Angriff auf Zugbegleiter

Mario Reiß: Unsere Gedanken sind bei unserem verstorbenen Kollegen und seiner Familie

Mit großer Bestürzung und tiefer Betroffenheit haben wir vom Tod des Zugbegleiters Serkan C. erfahren, der am Montag im Dienst bei einer Kontrolle durch einen fahrscheinlosen Mitfahrer lebensgefährlich verletzt wurde und nun an den Folgen dieses Angriffs verstorben ist.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und seinen Kollegen. Wir sprechen den Angehörigen unser tief empfundenes Mitgefühl und unsere aufrichtige Anteilnahme aus. Was geschehen ist, erschüttert uns zutiefst.

Zugbegleiter sorgen jeden Tag dafür, dass Bahnverkehr sicher, geordnet und zuverlässig abläuft. Sie sind Ansprechpartner, Helfer, Vermittler, und leider zunehmend auch Zielscheibe von Aggression und Gewalt. Wer Menschen angreift, die im Dienst für die Allgemeinheit stehen, greift das Fundament eines funktionierenden öffentlichen Verkehrs an. Und wer dies in dieser Form zunehmend geschehen lässt, ohne die notwendigen Konsequenzen einzuleiten, macht sich an den immer schlimmer werdenden Zuständen mitschuldig.

Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass die Übergriffe auf Zugpersonal zunehmen. Kolleginnen und Kollegen berichten von wachsender Respektlosigkeit, Drohungen und körperlicher Gewalt. Viele Situationen eskalieren schneller und heftiger als früher. Dennoch erleben wir in der politischen Debatte häufig Relativierungen, statistische Schönrechnungen oder Maßnahmen, die vor allem auf dem Papier gut aussehen.

Dieser Fall zeigt in brutalster Form: Es geht nicht um Einzelfälle. Es geht um reale Gefährdung unserer Kollegen und der Fahrgäste. Es geht um Menschenleben.

Wir stellen deshalb eine einfache, aber notwendige Frage an die politisch Verantwortlichen:

Was muss noch passieren – und wie viel Leid braucht es noch –, bis endlich wirksame und konsequente Schutzmaßnahmen für das Zugpersonal umgesetzt werden?

Unsere Kolleginnen und Kollegen dürfen ihren Dienst nicht mit der Angst antreten müssen, schwer verletzt nach Hause zu kommen – oder gar nicht mehr.

Mario Reiß, Bundesvorsitzender Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL)

 

Anmerkung der Redaktion: Text aktualisiert am 04.02.2026 um 10:50 Uhr

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